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20 Mai 2018

400 FRAUEN IN SugarCity Zuckerfabrik

AUFMERKSAMKEIT FÜR GEWALT GEGEN FRAUEN 400 Frauen

Vom 4. bis 16. Mai 2012: bewegende Ausstellung kommt in die Niederlande

Die viel diskutierte Ausstellung der britischen Künstlerin Tamsyn Challenger kommt in die Niederlande. Vom 4. bis 16. Mai wird „400 Women” in der Fabrik von SugarFactory in Halfweg ausgestellt. „400 Women” ist eine Installation mit etwa 200 Porträts von ermordeten oder vermissten Frauen. Jedes Porträt erzählt auf eindringliche Weise eine eigene, bewegende Geschichte. Eines der porträtierten Mädchen ist die Niederländerin Hester van Nierop, die 1998 im Alter von 28 Jahren ermordet in einem Hotelzimmer in Ciudad Juárez aufgefunden wurde.

Niederländische Künstler

400 Women ist eine Reaktion auf die brutale Vergewaltigung und Ermordung Tausender Frauen in der mexikanischen Industriestadt Ciudad Juárez im Besonderen und auf Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen. Es ist ein beeindruckendes Kunstwerk, ein massiver Schrei nach Aufmerksamkeit. Challenger hat die Werke von fast 200 internationalen Künstlern zusammengetragen, darunter Paula Rego und Maggi Hambling sowie die niederländischen Künstler Fred Schley, Tisna Westerhof, Wim Heldens, Marcelle Hanselaar, Be Van Der Heide und Nan Mulder. Die konzeptionelle Ausstellung von Porträts wird jeweils an einem ganz bestimmten Ort gezeigt.

Rohes industrielles Umfeld

So wurde sie 2010 erstmals im Shoreditch Town Hall Basement in London und 2011 in einem verlassenen Schulgebäude in Edinburgh gezeigt. Vom 4. bis 16. Mai 2012 ist das Werk in Sugar City, der ehemaligen CSM-Zuckerfabrik in Halfweg, zu sehen. Eine raue industrielle Umgebung, die dieselbe Atmosphäre widerspiegelt wie die Montagefabriken in Juárez, in denen viele der entführten und ermordeten Mädchen arbeiteten.

Fotokarten

Die Idee zu „400 Women” entstand 2006, als Tamsyn Challenger nach Mexiko reiste und dort mit den Familien der vermissten und ermordeten Frauen in Kontakt kam. Besonders berührt war Challenger von ihrer Begegnung mit Consuelo Valenzuela, deren damals 17-jährige Tochter Julieta seit 2001 vermisst wird. Consuelo verteilte überall Fotokarten von Julieta und drückte Challenger eine dieser Karten in die Hand. Challenger erinnert sich: „Julietas Gesicht, das zu mir aufblickte, war ein so armseliges Bild. Es war von einem Schnappschuss reproduziert worden, aber das Gesicht war verschwommen und verblasst, sie hatte eigentlich keine Augen und eine ausgebleichte Nase. Ich glaube, ich wollte einfach nur ihr Gesicht zurückbringen.“

Anklage

Während des langen Heimflugs entstand die Idee für „400 Women“. Die Kraft des Kunstwerks liegt in der Kohärenz des Gesamtwerks, in dem jeder Künstler eine ermordete Frau darstellt, die sorgfältig für ihn oder sie ausgewählt wurde. Jedes Porträt erweckt so eine Frau zum Leben. Jede Darstellung ist als Anklage gegen die weltweite Gewalt gegen Frauen zu verstehen.

Retablo

Challenger hat die Fotos dieser Frauen von der mexikanischen Sektion von Amnesty International, der Esther-Chavez-Sammlung der University of New Mexico, der Gruppe Nuestra Hijas de regreso a casa und dem Casa Amiga Rape Crisis Centre in Ciudad Juárez erhalten. Von einigen Frauen waren keine Fotos verfügbar. In diesen Fällen hat Challenger den jeweiligen Künstler gebeten, den Namen der Frau in das Kunstwerk zu integrieren. Jedes Porträt wurde in einem Format von etwa 14 x 10 Zoll angefertigt. Diese Maße basieren auf einem „Retablo”, den Altarbildern der katholischen Kirche, die in Mexiko nach wie vor sehr einflussreich ist.

Schneeball-Effekt

Die Erklärungen für die Morde sind vielfältig und reichen von Serienmördern bis zum Organhandel, von häuslicher Gewalt bis zur Verwendung von Frauen als Zahlungsmittel für die Drogenkartelle. Das Ausmaß, in dem Frauen in Mexiko und anderen Teilen Lateinamerikas verschwinden, zeugt von einer kulturellen Missachtung der Rechte der Frauen. Trotz der Aufmerksamkeit in den Medien hat sich kaum etwas geändert. So gab Amnesty International bereits 2003 an, dass etwa 370 Frauen ermordet wurden und darüber hinaus eine große Anzahl, insbesondere junge Frauen, vermisst wird. Die Mörder werden in dieser Region nicht strafrechtlich verfolgt. Dies hat einen Schneeballeffekt im Rest des Landes. Die mexikanischen Behörden haben bei jeder Untersuchung dieser Morde schwerwiegende Versäumnisse begangen. Im August 2006 hat die mexikanische Bundesregierung die Ermittlungen sogar ganz eingestellt, weil angeblich keine Bundesgesetze verletzt worden seien.

Besucherinformationen

400 Women wird vom 4. bis 17. Mai 2012 in der Zuckerfabrik von Sugar City in Halfweg ausgestellt.

Adresse: Haarlemmerstraatweg 7 in Halfweg
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 13:00 – 17:00 Uhr, außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung

Weitere Informationen finden Sie unter http://400women.tumblr.com und auf Twitter @400women

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